Jessy Lanza (Foto: Jenia Filatova)

Jessy Lanza (Foto: Jenia Filatova)

Jessy Lanza

Generationen von Künstler*innen hat es mit dem Ziel nach New York gezogen, weil sie dort ihre Karriere in Gang bringen wollten. Nicht so Jessy Lanza, die ihre dort fast beendet hätte. Nachdem sie gemeinsam mit Jeremy Greenspan von den Junior Boys in ihrer kanadischen Heimat Hamilton zwei vielbeachtete Alben zwischen alten R’n’B-Tropen und avancierter Elektronik, Footwork-Geratter und roughem Funk-Soul-Pop aufnahm, hätte der Umzug fast das Ende ihrer Zusammenarbeit bedeutet. Plötzlich über Mail zusammenzuarbeiten gestaltete sich dann aber doch fruchtbarer als angenommen. Bald wurde aus ersten Skizzen eine neue LP, die »All the Time« heißt und gleichermaßen das poppigste Material von Jessy Lanza versammelt, wie es ihr wohl aus Versehen avantgardistischstes Release geworden ist: spartanisch und scharfkantig im Sound, reichhaltig und sanft im Songwriting. Die Dialektik von Distanz und Nähe gehörten immer schon die lyrischen Hauptthemen Lanzas, mit etwas räumlichen Abstand gelang ihr dementsprechend ein noch intimeres Werk.


Jessy Lanza (Foto: Jenia Filatova)

Jessy Lanza (Foto: Jenia Filatova)