Zwischen Zwei und Vier
Melanie Gollin, Rosalie Ernst
Rosalie Ernst und Melanie Gollin wollen mit ihrem Newsletter »Zwischen Zwei und Vier« und ihren Live-Events nicht weniger als bessere Fans aus euch machen – oder zumindest solche, die genauer hinhören. Was zunächst nach einem Branchenpanel klingt, ist in Wirklichkeit ein kontrollierter Kontrollverlust: ein 60-minütiger Ritt durch die Sollbruchstellen der gegenwärtigen Musikindustrie – irgendwo zwischen Quizshow, Theorie-Seminar, Group Therapy und Live-Podcast. Es geht um Industriegeheimnisse, Lieblingssongs, Machtstrukturen, absurde Fakten und die Frage, warum Popkultur oft progressiver klingt, als sie tatsächlich funktioniert.
Rosalie Ernst und Melanie Gollin zeigen Musik nicht als abgeschlossene Kulturform, sondern als offenes System voller Widersprüche, Begehrlichkeiten und Möglichkeiten. Das hat wenig mit klassischem Musikjournalismus zu tun und umso mehr mit einer Praxis, die Kritik, Unterhaltung und Haltung ineinander kippen lässt. Alles kann passieren: spontane Impulsvorträge über die verborgenen Mechanismen der Industrie, obsessive Liebeserklärungen an Popmusik, Quizformate, Chaos, Gedichte oder Momente kollektiver Empörung. Roh, aufstachelnd und mit Lust an der Überforderung.
»Zwischen Zwei und Vier« existiert als Newsletter, Podcast und Liveshow und ist seit mehr als fünf Jahren der Versuch, eingefahrenen Musikformaten etwas entgegenzusetzen. Ernst und Gollin verbindet dabei ein Zugriff auf Pop, der Analyse nie von Leidenschaft trennt. Melanie Gollin arbeitet unter anderem für den Musikexpress und FluxFM und beschäftigt sich vor allem mit Fragen von Geld, Arbeit und Gerechtigkeit innerhalb der Musikindustrie. Rosalie Ernst, Kultur- und Musikwissenschaftlerin mit queerfeministischem Blick auf deutsche Popkultur, schreibt unter anderem für tipBerlin und Missy Magazine. Gemeinsam sezieren sie die Gegenwartsmusik mit einer Mischung aus Nerdtum, Kritiklust und popkultureller Detailbesessenheit.

