Who Owns the Platform? In Conversation with Austin Robey (Subvert)
Austin Robey, Kristoffer Cornils
Streaming hat den Zugang zu Musik demokratisiert – und zugleich die Macht über ihre Verbreitung stärker denn je bei wenigen Plattformen konzentriert. Während Künstler*innen und unabhängige Labels zunehmend nach gerechteren Modellen suchen, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wem gehören eigentlich die digitalen Infrastrukturen, auf denen Musik heute stattfindet?
Im Gespräch mit dem Journalisten Kristoffer Cornils erläutert Austin Robey das genossenschaftlich organisierte Musikportal Subvert, das Musikvertrieb und Marktplatz ohne Provision und im gemeinschaftlichen Eigentum seiner Mitglieder (zu denen unter anderem Warp, Polyvinyl und Thrill Jockey gehören) neu konzipiert und umgesetzt hat. Dabei geht es weniger um die nächste disruptive Plattform als um die Idee, digitale Räume als gemeinschaftliche Infrastruktur zu begreifen – und darum, ob Solidarität, Mitbestimmung und kollektives Eigentum im Plattformkapitalismus tatsächlich tragfähige Alternativen sein können.
Austin Robey beschäftigt sich seit vielen Jahren mit neuen Eigentums- und Wirtschaftsmodellen für die digitale Kultur. Als Mitgründer, Genossenschaftsmitglied und Vorstandsmitglied von Subvert entwickelt er eine Musikplattform, die gemeinschaftliches Eigentum, demokratische Mitbestimmung und solidarische Ökonomie ins Zentrum stellt. Seine Arbeit verbindet unternehmerisches Denken mit der Überzeugung, dass digitale Infrastrukturen nicht zwangsläufig profitorientiert organisiert sein müssen, sondern auch als gemeinschaftliche Ressource funktionieren können.
Kristoffer Cornils ist freier Kulturjournalist. Er arbeitet als Autor für verschiedene Print- und Online-Medien sowie den öffentlich-rechtlichen Hörfunk. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf musikwirtschaftlichen Themen. In drei vergangenen Leben war er auch mal Redakteur bei den Magazinen Groove, Spex und field notes.

