Nalan
Nalan veröffentlichte dieses Frühjahr bereits ihr zweites Soloalbum. Es entstand in ihren beiden Lebenswelten, in Istanbul und Berlin, und gerade auch in dem Dazwischen, dem Uneindeutigen, in dem sich die Orte vermischen und verwischen. Das hört man »2009« an – genau das macht den Reiz dieser Musik aus. »2009« will dabei keine Chronik sein, sondern beschreibt ein fiktives Jahr, gespeist aus dem Digitalkamera-Archiv der Künstlerin – jedoch ganz neu zusammengesetzt. Geschichte wird eben immer gemacht.
Die Musik, die Nalan begleitet ist vielschichtig, es geht nie darum, einen Sound zu finden und alle Ideen darin zu verstoffwechseln, sondern ums Suchen und Finden immer neuer Ansätze. Erzählpassagen auf Beats, die an die Sleaford Mods erinnern, kommen ebenso zum Tragen wie Dark Pop oder Indie-Singer-Songwriter-Momente.
Nalan Şeyma Karacagil ist zudem als DJ aktiv (unter dem Alias Slimgirl fat) und trat auch als Teil des Hip-Hop-Trios Gaddafi Gals in Erscheinung – mit letzteren spielte sie bereits 2018 auf dem Pop-Kultur Festival. Höchste Zeit für ein Wiedersehen.


