Pop-Kultur Festival
24.–30.8.26
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Muss es immer Saxofon sein?

Talks, Dienstag, 25.8.2026, 20:40–21:40, Kino Arsenal, Deutsch

Annette Gentz, Katja Lucker, Malakoff Kowalski, Jenni Zylka (Mod.)

Vier Porträtaufnahmen in einer rechteckigen Anordnung. Oben links blickt Annette Gentz mit Brille und seitlich geflochtenem Haar direkt in die Kamera. Oben rechts ist Katja Lucker mit lockigem Haar und pinkem Lippenstift vor einer hellen Wand zu sehen. Unten links blickt Malakoff Kowalski in Schwarz-Weiß über die Schulter zur Kamera und trägt eine Schirmmütze. Unten rechts ist Jenni Zylka vor einem pinken Hintergrund zu sehen, mit kurzen Haaren, langen Ohrringen und einem türkisfarbenen Oberteil.
Annette Gentz (Foto: Jascha Zube), Katja Lucker (Foto: Camille Blake), Malakoff Kowalski (Foto: Markus C. Hurek), Jenni Zylka (Foto: fotostudioneukoelln.de)

Kaum ein filmisches Klischee hält so hartnäckig wie dieses: Zwei Menschen begegnen sich zum ersten Mal, die Blicke treffen sich – und im Hintergrund setzt augenblicklich ein Saxofon ein, um dem Publikum unmissverständlich mitzuteilen, was es zu fühlen hat. Überhaupt gehört Filmmusik zu jenen Kunstformen, die oft erst dann wahrgenommen werden, wenn sie zu viel will und nervt, wenn sie Emotionen zu plakativ illustriert, statt ihnen den Raum zur selbstständigen Entfaltung zu lassen.

Dabei zählt Filmmusik zu den spannendsten Schnittstellen von Komposition, Dramaturgie und Klangkunst. Sie kann eine Szene aufladen, unterlaufen oder völlig neu lesbar machen. Sie schafft Atmosphäre, Erinnerung und Rhythmus. Was unterscheidet funktionale Filmmusik von wirklich herausragenden Scores? Wie verändert sich die Arbeit von Komponist*innen zwischen Streamingplattformen, Arthouse-Kino und internationaler Serienproduktion? Und warum wird über Musik im Film oft so viel weniger gesprochen als über Bilder?

Über diese Fragen diskutiert ein vierköpfiges Panel, das Filmmusik aus sehr unterschiedlichen Perspektiven kennt.

Mit einer Verbindung aus zeitgenössischer Komposition, Pop, Theater und Film gehört Malakoff Kowalski zu jener Generation von Musikschaffenden, die Filmmusik als eigenständige erzählerische Ebene begreifen. Zuletzt schrieb der Komponist und Pianist die Musik für Fatih Akins neuen Film »Geister«.

Annette Gentz zählt zu den wichtigsten internationalen Agent*innen für Filmkomponist*innen. Mit ihrer Agentur begleitet sie einige der renommiertesten Namen des Genres. Ihr langjähriger Klient Hauschka wurde 2017 erstmals für einen Oscar nominiert und gewann die begehrte Auszeichnung schließlich 2023. Kaum jemand kennt die globalen Strukturen und Netzwerke der Filmmusikbranche besser.

Mit Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik, richtet sich der Blick zudem auf kulturpolitische und strukturelle Fragen. Die neu gegründete Filmmusik-Residenz in der Villa Aurora in Los Angeles schafft ab 2027 ein Programm, das deutsche Komponist*innen gezielt international vernetzen und den Austausch von Film- und Musikbranche stärken soll.

Moderiert wird das Gespräch von Jenni Zylka. Die Journalistin, Autorin und Filmexpertin war viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen für die Berlinale tätig und engagiert sich seit Langem für die Sichtbarkeit des deutschen und internationalen Nachwuchsfilms. Wie kaum eine andere versteht sie es, kulturpolitische Fragen, Branchenwissen und die Leidenschaft für das Kino miteinander zu verbinden.

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