Musikkritik als notwendige Institution
Jan Jekal, Rebecca Spilker, Stephan Rehm Rozanes, Lennart Brauwers (Mod.)
Noch nie war es so einfach, neue Musikveröffentlichungen zu entdecken. Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen, unter denen über sie gesprochen wird: Musikmagazine verschwinden, Redaktionen werden kleiner und Algorithmen prägen zunehmend, wie kulturelle Inhalte sichtbar werden.
Vor diesem Hintergrund fragt der Talk nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Musikkritik – nicht nur als Orientierungshilfe, sondern als Teil einer öffentlichen kulturellen Auseinandersetzung. Braucht Kunst einen kritischen Diskurs, um gesellschaftliche Relevanz zu entfalten? Ist Musikkritik ein demokratisches Gut, das wir beschützen sollten? Von der klassischen Rezension über Podcasts bis hin zu Videoessays und sozialen Medien: Welche Möglichkeiten und Grenzen bringen diese unterschiedlichen Formate mit sich, und wie lässt sich die journalistische Einordnung unter den Bedingungen digitaler Öffentlichkeit neu denken?
Dabei steht auch die Frage im Raum, welche Verantwortung Kritik in einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft übernimmt – und welche Rolle sie für die historische Kontextualisierung von Musik spielt.
Darüber diskutieren der Musikjournalist und Autor Stephan Rehm Rozanes, der freie Kulturjournalist und Buchautor Jan Jekal sowie die Autorin Rebecca Spilker. Die Moderation übernimmt Lennart Brauwers, der regelmäßig über Musik und Popkultur schreibt.
Stephan Rehm Rozanes, geboren 1980 in München, ist seit 2007 beim Musikexpress, aktuell als Mitglied der Chefredaktion. Zuletzt sind von ihm die Bücher »Oasis. 100 Seiten«, »Back for Good: Warum uns die Musik der 90er nicht loslässt« und »The Show Must Go On: Queen – die Bandbiographie« erschienen.
Rebecca Spilker, geboren 1968 in Hamburg, arbeitet als freie Popjournalistin und schreibt u. a. für Musikexpress, Konkret, taz, Kaput – Magazin für Insolvenz & Pop sowie ins Netz hinein. Zuletzt sind von ihr die Bücher »Prince. 100 Seiten« und »Mega!« erschienen.
Jan Jekal, geboren 1993 in Kiel, schreibt als freier Kulturjournalist u. a. für Rolling Stone, Die Zeit und Tagesspiegel und hat sich dabei auf Film-, Literatur- und Musikthemen spezialisiert. 2026 ist sein Buch »Paranoia in Hollywood. Wie die USA exilierte Künstler erst retteten und dann verfolgten 1941–1953« erschienen.
Lennart Brauwers lebt in Köln und arbeitet dort als freier Kulturjournalist. Er schreibt für Publikationen wie Kaput – Magazin für Insolvenz & Pop, Musikexpress, Stadtrevue und HHV Mag. Außerdem ist er als Popkritiker im Radio und als Musiker in diversen Bands aktiv. 2025 war er für den International Music Journalism Award nominiert.
