Pop-Kultur Festival
24.–30.8.26
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Lil Misho & Olivia Mendez (Co-Creation-Residenz Detroit / Berlin)

Live, Co-Creation-Residenzen, Samstag, 29.8.2026, 21:00–21:40, Kulturbrauerei (Frannz Garten)
Freier Eintritt!
Links: Rundes Logo von Lil Misho mit einer stilisierten Tierfigur in einer gestrickten Sturmhaube, umgeben von Blättern und kleinen roten Beeren. Darüber steht der Schriftzug »LIL MISHO«. Rechts: Porträt von Olivia Mendez vor grauem Hintergrund. Sie blickt direkt in die Kamera und trägt ein gelb-blaues Batikshirt sowie eine goldfarbene Kette.
Lil Misho, Olivia Mendez (Foto: Christophe Rassat)

Das Musicboard Berlin vergibt in Kooperation mit der Detroit-Berlin-Connection und dem ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik eine »Co-Creation-Residenz« an jeweils eine*n in Berlin und Detroit lebende*n Solomusiker*in aus dem Bereich der elektronischen Musik. Im Rahmen dieser Residenz erarbeiten die beiden Künstler*innen eine gemeinsame Produktion – zunächst während des Residenzaufenthalts des*der Berliner Musikers*in in Detroit, anschließend während des Aufenthalts des*der internationale*n Musikers*in in Berlin. Die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit werden erstmals live beim Pop-Kultur Festival präsentiert, dem Festival des Musicboard Berlin. Diese Co-Creation-Residenz ermöglicht somit künstlerischen Austausch und transkontinentale Zusammenarbeit.

Lil Misho ist das elektronische Projekt des Künstlers Christopher Yepez, eines Anishinaabe- und Xicano-Produzenten sowie interdisziplinären Künstlers. Seine Musik verbindet Techno, House, Ghettotech und experimentelle Clubmusik mit einer hybriden Klangsprache aus elektronischen und organischen Elementen. Dazu zählen unter anderem Pow-Wow-Drums, Jingle-Dress-Cones, Rasseln, Shaker sowie Field Recordings aus natürlichen Umgebungen wie Wasser, Wind und Feuer.

Seine künstlerische Praxis ist geprägt von seiner Verbindung zwischen Southwest Detroit und Bkejwanong Territory (Walpole Island First Nation), in der Anishinaabe- und Xicano-Perspektiven eine zentrale Rolle spielen. Der Austausch zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten eröffnet dabei auch einen Raum zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Vor seinem elektronischen Projekt war er als Sacramento Knoxx im Bereich Hip-Hop und Multimedia-Storytelling aktiv. Diese Arbeit umfasste Rap, Live-Beatmaking, Filmprojektionen und community-basierte Projekte, die seine heutige musikalische Praxis weiterhin prägen.

Lil Misho versteht seine Arbeit nicht nur als Performance, sondern als kollektive Erfahrung, die neue Räume für Zukunftsentwürfe öffnet. In seiner aktuellen Entwicklung verbindet er Detroits elektronische Tradition mit Indigenous Futurism und entwirft Klangwelten, die kulturelle und geografische Grenzen überschreiten.

Wer Olivia Mendez auflegen hört, begegnet einer DJ, die Rhythmus nicht als bloßes Gerüst, sondern als erzählerisches Mittel versteht. Geprägt von den senegalesischen Trommeln, zu denen sie bereits in ihrer Kindheit tanzte, entwickelte Olivia Mendez früh eine besondere Beziehung zu perkussiver Musik. Diese Faszination begleitet ihre Arbeit bis heute. Ihre Sets sind von rhythmischer Bewegung getragen und verbinden präzise gesetzte Grooves mit einer Vielzahl klanglicher Texturen, Samples und atmosphärischer Details.

Als leidenschaftliche Sammlerin und Entdeckerin von Schallplatten durchstreift sie Plattenläden auf der Suche nach vergessenen Aufnahmen, die sie mit zeitgenössischen und avantgardistischen Ansätzen zusammenführt. Aus dieser Praxis entstehen DJ-Sets, die gleichermaßen verspielt und zielgerichtet wirken: schnell, pulsierend und voller Energie, dabei jedoch stets mit einem feinen Gespür für Dynamik und Atmosphäre.

Olivia Mendez ist zudem als Musikjournalistin, Künstlerin und Veranstalterin tätig. Diese unterschiedlichen Perspektiven spiegeln sich in der Vielseitigkeit ihrer musikalischen Auswahl wider. Mit dem von ihr gegründeten FLINTA*-Kollektiv KONVENT engagiert sie sich darüber hinaus für queere und feministische Räume innerhalb der Clubkultur.

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