Labels unter Druck – wie sichern wir Vielfalt?
Maurice Summen, Sera Kalo, Melanie Gollin (Mod.)
Labels entdecken Künstler*innen, entwickeln Karrieren, finanzieren Aufnahmen, schaffen Sichtbarkeit und prägen damit maßgeblich die kulturelle Vielfalt einer Musiklandschaft. Doch genau diese Arbeit gerät zunehmend unter Druck. Steigende Produktionskosten, ungleiche Erlösmodelle im Streaming, rechtliche Rahmenbedingungen und ein sich rasant wandelnder Markt stellen insbesondere unabhängige Labels vor große Herausforderungen. Das Panel diskutiert, welche Aufgaben Labels heute überhaupt erfüllen, warum sie für eine vielfältige Musikkultur unverzichtbar sind und welche politischen sowie wirtschaftlichen Veränderungen notwendig wären, um ihre Zukunft zu sichern. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nostalgische Rückblicke, sondern die Frage, wie unabhängige Labelarbeit auch morgen noch möglich sein kann.
Sera Kalo ist Sängerin, Produzentin, Labelbetreiberin und interdisziplinäre Künstlerin. Die in Berlin lebende Musikerin, geboren in den USA und aufgewachsen in einer karibischen Familie, verbindet in ihrer Arbeit musikalische Offenheit mit einem ausgeprägten gesellschaftlichen Anspruch. Mit Blume Box Records hat sie eine Plattform geschaffen, die künstlerische Eigenständigkeit und gemeinschaftliches Arbeiten zusammenführt. Ihre Perspektive verbindet kreative Praxis mit den strukturellen Herausforderungen unabhängiger Labelarbeit.
Maurice Summen ist Musiker, Autor und Gründer des Berliner Independent-Labels staatsakt, das seit zwei Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen der unabhängigen deutschen Musikszene gehört. Als Frontmann der Band Die Türen, Betreiber der outernational Plattform Fun In The Church und Autor (unter anderem für die taz und Kaput – Magazin für Insolvenz & Pop) bewegt er sich seit vielen Jahren zwischen Pop, Literatur und Kulturpolitik. Seine Arbeit steht exemplarisch für eine unabhängige Musikpraxis, die künstlerische Haltung und unternehmerisches Denken miteinander verbindet.
Moderiert wird das Panel von Melanie Gollin. Die freie Musikjournalistin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den wirtschaftlichen Bedingungen der Musikkultur. Mit ihrem Newsletter und Podcast ZWISCHEN ZWEI UND VIER richtet sie den Blick auf Geldflüsse, Machtverhältnisse und strukturelle Fragen der Musikindustrie: Wer verdient woran? Wer trägt das Risiko? Und welche Modelle können kulturelle Vielfalt langfristig sichern?
In Kooperation mit VUT


