Göksu Kunak »Double Dribble / Grand Jeté«
»Double Dribble / Grand Jeté« bewegt sich zwischen Basketball und Ballett, Wettkampf und Choreografie sowie Drill, Begehren und Erinnerung. Ausgehend von persönlichen Erzählungen, Popkultur und theoretischen Referenzen verfolgt Göksu Kunak die Wiederholungen, Rhythmen und Gesten, durch die Körper geformt, trainiert und beobachtet werden. Was zunächst als Gegensatz erscheint, offenbart sich als ein überraschend nahes Gefüge aus Disziplin, Eleganz, Erschöpfung und Schmerz.
Zwischen Spielfeld, Tanzstudio und familiären Erinnerungslandschaften entfaltet sich eine Choreografie, in der Vorstellungen von Leistung, Schönheit und Kontrolle sichtbar werden. Dabei verschränken sich körperliche Erinnerung, Popästhetik und soziale Ordnung zu einem vielschichtigen Kosmos, der die Grenzen zwischen Sport, Tanz und Alltag verschwimmen lässt.
Göksu Kunak lebt in Berlin und arbeitet an den Schnittstellen von Performance, Text, Installation und Bewegtbild. Die in der Türkei geborene, non-binäre Künstler*in verbindet queere und intersektionale Perspektiven mit Referenzen aus Arabesk-Kultur, Körperpolitik und Erinnerung. In Kunaks Arbeiten wird Performance zu einem Ort, an dem gesellschaftliche Choreografien sichtbar werden und sich andere Formen des Begehrens, der Zeitlichkeit und des Zusammenlebens erproben lassen. 2025 wurde Göksu Kunak mit dem »Berliner Kunstpreis« ausgezeichnet.

