Pop-Kultur Festival
24.–30.8.26
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From Roots to Radio: Can Pop Culture Preserve Musical Heritage?

Talks, Montag, 24.8.2026, 20:40–21:40, silent green (Atelier 3), Englisch

Boris Paillard, Elsa M'Bala, Tmnit Ghide

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Boris Paillard, Tmnit Ghide, Elsa M'Bala,

Tradition wird häufig als etwas verstanden, das vor Veränderung geschützt werden muss. Doch was, wenn gerade Veränderung der Grund dafür ist, dass Kultur lebendig bleibt? Weltweit verbinden Künstler*innen überlieferte musikalische Traditionen mit zeitgenössischer Produktion, sozialen Medien und popkulturellen Ästhetiken – nicht, um kulturelles Erbe zu ersetzen, sondern um es in die Gegenwart und Zukunft zu tragen. Gerade für viele indigene Gemeinschaften ist Musik zu einem zentralen Medium kultureller Selbstbehauptung geworden: als Ausdruck von Identität, politischer Sichtbarkeit und selbstbestimmter Repräsentation.

Boris Paillard, Elsa M’Bala und Moderatorin Tmnit Ghide diskutieren darüber, wie Musik zu einem Medium kultureller Selbstermächtigung werden kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kollektive ihre eigenen Geschichten erzählen, musikalische Traditionen in neue Kontexte überführen und dabei Formen finden, kulturelles Wissen nicht nur zu bewahren, sondern fortlaufend neu zu verhandeln. Nicht die Angst vor dem Verlust von Tradition steht dabei im Zentrum, sondern ihr Potenzial, sich durch Pop immer wieder neu zu erfinden.

Boris Paillard ist Musikjournalist, DJ und Kurator. Mit seiner Berliner Veranstaltungsreihe »African Beats & Pieces« richtet er den Blick auf Musikszenen jenseits des globalen Mainstreams und macht Künstler*innen sowie kulturelle Traditionen sichtbar, die im westlichen Popdiskurs oft übersehen werden.

Die zwischen Berlin und Yaoundé arbeitende Klangkünstlerin Elsa M’Bala verbindet elektronische Musik, Poesie und westafrikanische Klangtraditionen zu einer ebenso politischen wie poetischen Praxis. In ihren Arbeiten verschränken sich Stimmen, Rituale, digitale Technologien und orale Überlieferungen zu einem akustischen Archiv, das Fragen nach Identität, Kolonialgeschichte und kulturellem Gedächtnis neu verhandelt.

Tmnit Ghide ist Klangkünstlerin, Forscherin, DJ und Kulturarbeiterin mit eritreischen Wurzeln. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Soundkunst, Archivforschung und Community-Arbeit und verstehen Klang als sozio-politischen Erinnerungsspeicher. Mit Projekten wie ALVOZAY entwickelt sie Räume, in denen Musik, Diaspora und kulturelles Erbe als lebendige, gemeinschaftlich getragene Praxis erfahrbar werden.

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