Pop-Kultur Festival
24.–30.8.26
En

Elias

Live, Freitag, 28.8.2026, 20:00–20:40, Kulturbrauerei (Alte Kantine)
Elias steht vor einer Betonwand. Er trägt einen dunklen Hoodie mit Kapuze und Handschuhe. Sein Gesicht ist teilweise im Schatten. Er hält eine elektrische Gitarre vor dem Körper und greift mit beiden Händen an Hals und Korpus.
Elias (Foto: Tobias Gruber)

Sanft und einfühlsam ist der Emo-R&B des deutschen Sängers und Rappers Elias. Seine genuschelten, tieftraurigen Gefühlszeilen gleiten aus seinem Mund direkt in unsere Herzen. Elias Leon Breit, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, wirkt nicht nur wie gefangen in seinem eigenen Kopf – er ist es auf bekennend hilflose Weise auch; seine Debüt-EP trägt nicht zufällig den Titel »Wie lässt man los?«. Und so läuft Breit vor sich selbst davon und übersetzt dabei die düsteren Facetten seines Lebens in verdauliche Elias-Melodien. Ein signifikantes Textbeispiel: »Wir drehen uns im Kreis, es geht immer weiter«. Musikalisch bewegt sich das Ganze zwischen Indiepop und Alternative-Hip-Hop. Die DIY-Beats bleiben subtil, fast gedämpft, darüber legt Elias mit brüchiger Stimme seine Gedanken.

Irgendwo zwischen Paula Hartmann und Frank Ocean entsteht so ein Sound, der gleichzeitig intim und verloren wirkt. Immer wieder hinterfragt Breit die Sinnhaftigkeit des Lebens angesichts einer um ihn herum kollabierenden Welt – und scheint mit jedem gesungenen Wort ein Stück näher an mögliche Antworten heranzurücken. Auf der Bühne ist der in Köln geborene, heute in Berlin lebende Mittzwanziger meist maskiert – doch es bleibt genug von Breit fühl- und sichtbar, um sich in Elias wiederzuerkennen.

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