Beaks
Anna Francesca, alias Beaks, hat keinen dieser glattgebügelten Pop-Lebensläufe. Ihr Weg führt von der Poesie über Fotografie und Modeljobs (unter anderem für Céline, Vivienne Westwood, Miu Miu und Chanel) sowie ein Kunststudium an der Akademie der bildenden Künste Wien hin zur eigenen Musik – ein Umweg, der sich heute als eigentliche Grundlage erweist. Denn wer einmal gelernt hat, sich hinter Kleidung, Bildern oder Texten zu verbergen, weiß auch, was es heißt, sich auf der Bühne wirklich zu zeigen: verletzlich, unmittelbar, ohne Filter.
Die Songs von Anna Francesca entstehen entsprechend aus Gesprächen, aus Nähe, aus Vertrauen. Sie arbeitet fast ausschließlich mit Freund*innen, tastet sich über gemeinsames Jammen vor, lässt einfache Basslinien sprechen, wo andere längst überproduzieren würden. Diese Reduktion ist Haltung, ein Minimalismus, der Raum lässt für Texte, die sich zwischen trockenem Existenzialismus und dem Puls der Gegenwart bewegen.
Tracks wie »I Dropped The Bottle« oder »Dirty Girls« verbinden lakonische Vocals mit treibendem Synthpop und Indie-Edge, irgendwo zwischen The Kills und Caroline Polachek, aber ohne je in Referenzen aufzugehen. Es ist Musik für Tagträumer*innen, denen die Nachwirkungen der Gegenwart noch in den Knochen stecken.
So international ihr Blick ist – erste Auftritte führten sie gleich bis nach Tokio –, so sehr bleibt Wien ihr Zentrum: eine kleine, familiäre Szene, in der jede*r mit jede*m arbeitet. Und doch zieht es Beaks immer wieder in die engen, dunklen Clubs weltweit, deren »Cave Situations« ihr natürliches Habitat sind.


