Balm
Intensität entsteht nicht allein durch Lautstärke, sondern auch durch aufgeladene Spannungsfelder zwischen Takten und Noten. Genau solche Räume erschafft das Berliner Trio Balm: Orte, in denen Gegensätze nicht nur geduldet, sondern bewusst herbeigeführt werden.
Langgezogene Flächen werden von abgehackten Rhythmen durchbrochen, zarte Flüsterstimmen drohen in der allgegenwärtigen Melancholie zu versinken. Dann wieder bricht alles plötzlich in sich zusammen, und nur ein grooviger Basslauf bleibt zurück – bis erneut verträumte Melodien einsetzen.
Live beeindrucken Balm vor allem durch ihre ständige Bewegung: Die Mitglieder wechseln fortwährend die Instrumente und folgen den Anforderungen des jeweiligen Songs. Ihr milder Post-Punk wirkt zugleich sperrig und einladend, intim und distanziert. Aus diesen Spannungen entsteht eine fast gespenstische Atmosphäre – als müsste man sich entscheiden, ob man sich auflösen oder schwerelos durch dunkle Straßen treiben lassen will. Diese Musik erlaubt beides.
