»Aus Ruinen« mit Betterov
Betterov, Hendrik Bolz
Wie steht es um die Zivilgesellschaft in Ostdeutschland? Was bleibt von Herkunft, Transformation und den langen Schatten der Nachwendezeit? In seiner Gesprächsreihe »Aus Ruinen« spricht Autor und Musiker Hendrik Bolz mit Menschen, die im Osten leben und arbeiten. Im Rahmen des Pop-Kultur Festivals trifft er auf Betterov, der als Manuel Bittorf in einem Dorf an der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Thüringen aufwuchs. Sein Vater floh 1989 in den Westen, und die Nachwirkungen dieser Geschichte ziehen sich bis heute durch seine Musik. Auf dem aktuellen Album »Große Kunst« erzählt Betterov von Heimat und Entfremdung, von Scham, Aufbruch und den seltsamen Gespenstern der Vergangenheit. Gemeinsam sprechen Bolz und Betterov über ostdeutsche Realitäten jenseits von Klischees und darüber, wie sich persönliche Erinnerungen in Kunst verwandeln.
Hendrik Bolz wurde als eine Hälfte des Hip-Hop-Duos Zugezogen Maskulin bekannt, das über Jahre zu den schärfsten Beobachtern der deutschen Gegenwart zählte. Parallel entwickelte er sich unter seinem bürgerlichen Namen zu einem wichtigen literarischen Chronisten der Nachwendezeit. Sein Debüt »Nullerjahre« zeichnete ein präzises Bild jugendlicher Orientierungslosigkeit zwischen Stralsunder Plattenbauten und den Verwerfungen der Transformation. Mit dem Buch »Aus Ruinen«, das in diesem Jahr erscheint, setzt er diese Erkundung fort und erzählt von Krisen, Männlichkeit und dem Versuch, sich in einer widersprüchlichen Gegenwart zu verorten. Sein Blick ist dabei ebenso analytisch wie empathisch – und immer geprägt von den Erfahrungen Ostdeutschlands.
Betterov verbindet Indie-Rock, Post-Punk, Dark Wave und Shoegaze zu einer Musik, die zwischen Euphorie und Melancholie oszilliert. Mit seinem Debütalbum »Olympia« wurde er zur markanten Stimme einer neuen deutschsprachigen Gitarrenmusik. Sein 2025 erschienenes Album »Große Kunst« vertieft diesen Ansatz und verbindet große Melodien mit autobiografischen Erzählungen über Herkunft, Familie und Identität.
In Kooperation mit dem Berliner Ensemble.
Tickethinweis: Für Inhaber*innen eines Pop-Kultur-Festival-Tickets (Live-All-In-Pass, Live-Weekend-Pass oder Samstagsticket) steht ein begrenztes Kontingent kostenfreier Plätze zur Verfügung. Die Vergabe erfolgt nach dem Prinzip »First come, first served«. Ein Anspruch auf einen kostenfreien Platz besteht nicht. Ist das Kontingent ausgeschöpft, wird eine reguläre Karte benötigt (online/Tageskasse). Um einen Platz zu garantieren, wird der frühzeitige Kauf empfohlen. Der Vorverkauf für dieses Event startet am 3. Juli 2026.
