Mavi Phoenix (Foto: bebishoota)

Mavi Phoenix (Foto: bebishoota)

Mavi Phoenix

Mavi Phoenix ist ein Kind der neunziger Jahre und machte das mit der Vorabsingle zu seinem Anfang April erschienenen Debütalbum »Boys Toys« nochmals deutlich. »Fck It Up« war ein mehr als offensichtliches Riff auf die VIVA-Tage, Boy-Band-Ästhetik und schlabbrige Klamotten. Dort allerdings liegen die Wurzeln des Wahlwieners nicht allein. Als der damals blutjunge Teenager seine Karriere am Laptop zusammenzubasteln anfing, waren die Neunziger schon vorbei. Kanye West, M.I.A., Lady Gaga und Drake lieferten zu diesen Zeiten die Inspiration, über ein Jahrzehnt später ist das immer noch in den Hip-Hop-Arrangements, Pop-Refrains und wagemutigen musikalischen Experimenten Phoenix’ zu hören. Die Tracks, über die Marlon Nader in luftundurchlässigen Flows rappt oder über die er seine eindringlichen Hooks spannt, vermitteln konzise zwischen einem abenteuerlichen Verständnis von Beatmaking und dem Wissen um die Wirkungsmechanismen des Pop. Das ist gar nicht Neunziger, sondern sehr Zwanziger – seiner Zeit vielleicht sogar voraus.


Mavi Phoenix (Foto: bebishoota)

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