20/07/2020

10 Fragen mit… Super Besse

Mit unserer Interview-Serie »10 Fragen mit…« möchten wir euch eine Reihe von Acts aus dem diesjährigen Programm von Pop-Kultur vorstellen, die unbedingt einen Platz in euren Playlists und Herzen verdient haben. Auf SADO OPERA, MADANII & LLUCID, Mueran Humanos und Eat Lipstick folgen nun Super Besse.

  1. Wie habt ihr euch kennengelernt und wie kam es zur Gründung von Super Besse?

Maksim Kulsha: Alex und ich haben vorher in einer anderen Band zusammen gespielt, langweilten uns aber, weshalb er vorschlug, etwas anderes zu versuchen. Wir fragten einen Freund von uns, ob er nicht mitmachen und bei uns Keyboard spielen wolle. Bei der ersten Probe schrieben wir zwei Songs, und weil es so schnell und reibungslos vonstatten ging, gründeten wir eine Band.

  1. Ihr habt euch nach einem berühmten Wintersportressort in Frankreich benannt. Warum eigentlich?

Maksim: Alex schaut die Tour de France und andere Rennsportturniere, weshalb er das Ressort kannte, weil es die Tour de France dort vorbeiläuft. Außerdem klingt es auf Russisch wie »Superdämonen«, was lustig ist, weshalb wir uns für den Namen entschieden.

  1. Nachdem sich euer Debütalbum »63610« seinen Titel von der Postleitzahl von Super Besse lieh, habt ihr euren zwei anderen LPs französische Titel gegeben. Woher kommt eure Affinität für die französische Sprache?

Maksim: Wir sind von einer ganzen Menge französischer elektronischer und Wave-Musik sowie Post-Punk inspiriert, und entschieden uns deshalb dafür, das weiterzuführen. Was sollen wir sagen, wir lieben Frankreich einfach!

  1. Obwohl ihr französische Titel verwendet, schreibt ihr eure Lyrics auf Russisch. Welche Rolle spielt die Sprache in eurer Arbeit?

Maksim: Eine ziemlich große, um ehrlich zu sein. Wir haben schon bei unserer ersten Probe Russisch verwendet, weil Englisch für den Post-Punk, wie wir ihn hören wollten, einfach zu soft. Und Französisch beherrschen wir einfach nicht gut genug. Deshalb war Russisch die einzige Wahl und es ist so viel leichter für uns, etwas zu schreiben, das emotional bewegt.

  1. Euer aktuelles Album »Un Rêve« ist viel Dancefloor-orientierter als seine beiden Vorgänger. Was hat die LP inspiriert?

Maksim: Wir haben vor gut zwei Jahren mit der Arbeit an dem Album begonnen. Wir haben ein paar Entwürfe geschrieben, aber machten etwas, das wir schon längst getan hatten und wiederholten lediglich den klassischen »Super-Besse-Sound« der zwei vorigen Alben. Das langweilte uns aber. Wir wollten etwas Frisches. Außerdem beschäftigten wir uns zunehmend mehr mit elektronischer Musik und Techno. Deshalb entschieden wir uns, unseren Post-Punk-Ansatz mit Techno-Beats zu kombinieren. Wir hatten eine Menge Spaß daran, an »Un Rêve« zu arbeiten und schrieben viel mehr Songs, als auf der LP zu hören sind. Ausgewählt haben wir sie entsprechend des Themas des Albums – »Ein Traum«.

  1. Obwohl ihr nur als Duo arbeitet, bringt eure Musik traditionelle Rockinstrumente mit elektronischem Equipment zusammen. Welches Gear ist für eure Arbeit besonders wichtig?

Maksim: Wir haben analoge Synthies und Drummachines verwendet, sogar auf der Bühne bei Konzerten. Es war aber sehr umständlich, mit denen live aufzutreten, weshalb wir mittlerweile einen Backing-Track  verwenden. Unser letztes Album haben wir mit Plug-ins und einem MIDI-Keyboard sowie voraufgenommenen Sounds der TR-606 Drummachine von Roland aufgenommen. Und Gitarren, versteht sich.

  1. Eure Videos haben von Anfang mit der Erwartungshaltung der Zuschauer*innen gespielt: »Mne Vse Odno« zum Beispiel zeigte die Band dabei, absolut gar nichts zu machen, während im Hintergrund der Song lief. Was ist euch wichtig, wenn ihr Musikvideos erarbeitet?

Maksim: Unser hauptsächliches Ziel ist es, Spaß zu haben. Wenn wir beim Schreiben unserer Songs, der Produktion unserer Videos oder auf Tour keinen hätten, würden wir es lassen und hätten keine Reue. »Mne Vse Odno« (»Ist mir egal«) haben wir in unserem Proberaum selbst aufgenommen. Wir beschlossen, dass es einfach witzig wäre, das Video so zu machen und dachten aber sonst nicht sonderlich viel darüber nach.

  1. Und was hat es eigentlich damit auf sich, dass ihr auf euren Social-Media-Kanälen alle Bilder nur umgedreht postet?

Maksim: Das ist noch so etwas, das wir rein aus Spaß machen. Es ist ziemlich langweilig, reguläre Bilder zu posten, weshalb wir sie immer umdrehen. Auf die Art erkennen die Zuschauer*innen auch sofort, dass wir es sind.

  1. Bei Pop-Kultur tretet ihr live auf – in zwei verschiedenen Ländern! Wie habt ihr diesen Gig vorbereitet?

Maksim: Alex nahm seine Parts in Minsk auf und wir schickten das Video an unsere Freundin, die Künstlerin Daria Sazanovich, die ihm einen träumerischen Glitch-Effekt verpasste. Dann projizierten wir das Video auf mich, als ich ihn Berlin spielte, es ist also eine superdigitale Performance. Für uns ziemlich einzigartig und eine sehr besondere Live-Erfahrung!

  1. Was wünscht ihr euch für die Zukunft dieser Welt?

Maksim: Weniger Gewalt. Mehr Liebe.

Super Besse (Foto: Super Besse)

Super Besse (Foto: Super Besse)

Mit unserer Interview-Serie »10 Fragen mit…« möchten wir euch eine Reihe von Acts aus dem diesjährigen Programm von Pop-Kultur vorstellen, die unbedingt einen Platz in euren Playlists und Herzen verdient haben. Auf SADO OPERA, MADANII & LLUCID, Mueran Humanos und Eat Lipstick folgen nun Super Besse.

  1. Wie habt ihr euch kennengelernt und wie kam es zur Gründung von Super Besse?

Maksim Kulsha: Alex und ich haben vorher in einer anderen Band zusammen gespielt, langweilten uns aber, weshalb er vorschlug, etwas anderes zu versuchen. Wir fragten einen Freund von uns, ob er nicht mitmachen und bei uns Keyboard spielen wolle. Bei der ersten Probe schrieben wir zwei Songs, und weil es so schnell und reibungslos vonstatten ging, gründeten wir eine Band.

  1. Ihr habt euch nach einem berühmten Wintersportressort in Frankreich benannt. Warum eigentlich?

Maksim: Alex schaut die Tour de France und andere Rennsportturniere, weshalb er das Ressort kannte, weil es die Tour de France dort vorbeiläuft. Außerdem klingt es auf Russisch wie »Superdämonen«, was lustig ist, weshalb wir uns für den Namen entschieden.

  1. Nachdem sich euer Debütalbum »63610« seinen Titel von der Postleitzahl von Super Besse lieh, habt ihr euren zwei anderen LPs französische Titel gegeben. Woher kommt eure Affinität für die französische Sprache?

Maksim: Wir sind von einer ganzen Menge französischer elektronischer und Wave-Musik sowie Post-Punk inspiriert, und entschieden uns deshalb dafür, das weiterzuführen. Was sollen wir sagen, wir lieben Frankreich einfach!

  1. Obwohl ihr französische Titel verwendet, schreibt ihr eure Lyrics auf Russisch. Welche Rolle spielt die Sprache in eurer Arbeit?

Maksim: Eine ziemlich große, um ehrlich zu sein. Wir haben schon bei unserer ersten Probe Russisch verwendet, weil Englisch für den Post-Punk, wie wir ihn hören wollten, einfach zu soft. Und Französisch beherrschen wir einfach nicht gut genug. Deshalb war Russisch die einzige Wahl und es ist so viel leichter für uns, etwas zu schreiben, das emotional bewegt.

  1. Euer aktuelles Album »Un Rêve« ist viel Dancefloor-orientierter als seine beiden Vorgänger. Was hat die LP inspiriert?

Maksim: Wir haben vor gut zwei Jahren mit der Arbeit an dem Album begonnen. Wir haben ein paar Entwürfe geschrieben, aber machten etwas, das wir schon längst getan hatten und wiederholten lediglich den klassischen »Super-Besse-Sound« der zwei vorigen Alben. Das langweilte uns aber. Wir wollten etwas Frisches. Außerdem beschäftigten wir uns zunehmend mehr mit elektronischer Musik und Techno. Deshalb entschieden wir uns, unseren Post-Punk-Ansatz mit Techno-Beats zu kombinieren. Wir hatten eine Menge Spaß daran, an »Un Rêve« zu arbeiten und schrieben viel mehr Songs, als auf der LP zu hören sind. Ausgewählt haben wir sie entsprechend des Themas des Albums – »Ein Traum«.

  1. Obwohl ihr nur als Duo arbeitet, bringt eure Musik traditionelle Rockinstrumente mit elektronischem Equipment zusammen. Welches Gear ist für eure Arbeit besonders wichtig?

Maksim: Wir haben analoge Synthies und Drummachines verwendet, sogar auf der Bühne bei Konzerten. Es war aber sehr umständlich, mit denen live aufzutreten, weshalb wir mittlerweile einen Backing-Track  verwenden. Unser letztes Album haben wir mit Plug-ins und einem MIDI-Keyboard sowie voraufgenommenen Sounds der TR-606 Drummachine von Roland aufgenommen. Und Gitarren, versteht sich.

  1. Eure Videos haben von Anfang mit der Erwartungshaltung der Zuschauer*innen gespielt: »Mne Vse Odno« zum Beispiel zeigte die Band dabei, absolut gar nichts zu machen, während im Hintergrund der Song lief. Was ist euch wichtig, wenn ihr Musikvideos erarbeitet?

Maksim: Unser hauptsächliches Ziel ist es, Spaß zu haben. Wenn wir beim Schreiben unserer Songs, der Produktion unserer Videos oder auf Tour keinen hätten, würden wir es lassen und hätten keine Reue. »Mne Vse Odno« (»Ist mir egal«) haben wir in unserem Proberaum selbst aufgenommen. Wir beschlossen, dass es einfach witzig wäre, das Video so zu machen und dachten aber sonst nicht sonderlich viel darüber nach.

  1. Und was hat es eigentlich damit auf sich, dass ihr auf euren Social-Media-Kanälen alle Bilder nur umgedreht postet?

Maksim: Das ist noch so etwas, das wir rein aus Spaß machen. Es ist ziemlich langweilig, reguläre Bilder zu posten, weshalb wir sie immer umdrehen. Auf die Art erkennen die Zuschauer*innen auch sofort, dass wir es sind.

  1. Bei Pop-Kultur tretet ihr live auf – in zwei verschiedenen Ländern! Wie habt ihr diesen Gig vorbereitet?

Maksim: Alex nahm seine Parts in Minsk auf und wir schickten das Video an unsere Freundin, die Künstlerin Daria Sazanovich, die ihm einen träumerischen Glitch-Effekt verpasste. Dann projizierten wir das Video auf mich, als ich ihn Berlin spielte, es ist also eine superdigitale Performance. Für uns ziemlich einzigartig und eine sehr besondere Live-Erfahrung!

  1. Was wünscht ihr euch für die Zukunft dieser Welt?

Maksim: Weniger Gewalt. Mehr Liebe.