27/07/2020

10 Fragen mit… 24/7 Diva Heaven

Mit unserer Interview-Serie »10 Fragen mit…« möchten wir euch eine Reihe von Acts aus dem diesjährigen Programm von Pop-Kultur vorstellen, die unbedingt einen Platz in euren Playlists und Herzen verdient haben. Nach SADO OPERA, MADANII & LLUCID, Mueran Humanos, Eat Lipstick und Super Besse sind nun 24/7 Diva Heaven an der Reihe.

  1. Wie habt ihr euch kennengelernt und wie kam es zur Gründung der Band?

Kat: Wir kannten uns alle drei schon länger von Konzerten hier in Berlin, haben uns häufig an der Bar zugeprostet und haben eine Menge gemeinsame Bekannte. Mary (Schlagzeug) sprach mich (Kat, Gitarre/Vocals) dann eines Tages an, ob ich nicht mal Lust hätte, mal mit ihr zu jammen. Daraufhin vergingen nochmal etliche Monate, bis ich endlich zugesagt habe, da ich schon so lange keine Musik mehr gemacht hatte und erst einmal gewisse Hemmungen überwinden musste. Doch dann war es irgendwann endlich soweit und es hat direkt gefunkt! Uns war schnell klar: so wollen wir gemeinsam weitermachen. Zum wahren Glück hat dann nur noch der Bass gefehlt! Durch einen Tipp von gemeinsamen Bekannten erfuhren wir, dass Karo Bassistin ist. Wir haben sie gefragt – und sie hat ja gesagt. Der Beginn einer musikalischen Liebesgeschichte…

  1. Und wo kommt eigentlich der Name her?

Kat: Zugegeben, den Namen finden ein paar Leute wirklich schräg. Hier kommt die Geschichte dazu: Der Name ist abgeleitet von einer sehr coolen Veranstaltungsreihe, die regelmäßig in der Raumerweiterungshalle in Berlin stattfand. Diese hieß DIVA HEAVEN 7/11 und hatte sich zur Aufgabe gemacht, queere und weibliche Künstler*innen zu unterstützen und ihnen eine Plattform zu bieten. Da war immer irgendwie Glamour am Start: Glitzer, klasse Acts, viel Kreativität und ein buntes Publikum. Das hat uns total inspiriert. Diva zu sein bedeutet für uns das Aus-Sich-Herausgehen, das eigene facettenreiche Ich zu leben, auch wenn man damit aneckt oder nicht den gängigen Normvorstellungen entspricht. Unsere eigene Diva leben wir allerdings nicht nur von sieben bis elf Uhr, sondern eben 24/7. Ein 24-stündiger Trip im Diva Heaven sozusagen!

  1. Vor zwei Jahren hat euch niemand anderes als Jennifer Finch von L7 ein Bandlogo gemalt. Wie kam es dazu?

Kat: Das klingt tatsächlich etwas spektakulärer, als es eigentlich vonstattenging: Wir waren als Band gemeinsam auf dem L7-Konzert im SO36 und haben Jennifer Finch zufällig danach vor dem Club getroffen. Da wir gerade dabei waren, unsere erste EP aufzunehmen und zu designen, suchten wir noch fieberhaft nach Ideen fürs Cover. Wir dachten uns, es wäre cool, wenn der Bandname handschriftlich von einer der L7-Ladys dort geschrieben stehen würde. Wir haben Jennifer einfach gefragt und sie hat drauf los gemalt. Verwendet haben wir das Kunstwerk dann zwar doch nicht für die EP, aber ihre Antwort auf unsere Ansage, dass wir nun »eine Band gegründet haben«, ist bis heute legendär: »Oh, I’m sorry!« Das hat noch lange für Lacher gesorgt.

  1. À propos L7: Euer Sound ist merklich von Punk, insbesondere aber Grunge und Alternative Rock aus den neunziger Jahren beeinflusst. Was sind eure musikalischen Inspirationsquellen?

Kat: Die neunziger Jahre spielen musikalisch tatsächlich eine große Rolle für uns. Hier findet sich eine große gemeinsame Schnittmenge an Bands, die wir lieben und die eine große Inspiration für uns sind: Dinosaur Jr., Nirvana, Sonic Youth, Melvins und etliche andere. Allerdings sind wir musikalisch alle auch sehr vielfältig unterwegs und so schleichen viele weitere Einflüsse in unseren Sound ein, wie zum Beispiel auch Elemente aus Metal und Stoner Rock. Unser Anspruch ist es, Altbekanntes und Geliebtes aufzugreifen, aber nicht in Nostalgie zu verharren, sondern den Sound in ein modernes Gewand zu packen, welches unsere gemeinsamen musikalischen Vorlieben auf einen Nenner bringt. Dabei wollen wir auch gerne überraschen und nicht bloß irgendwelche Erwartungen an eine bestimmte Stilrichtung erfüllen.

  1. Ein Sound wie eurer entfaltet sich vor allem in der Konzertsituation. Euer Auftritt bei Pop-Kultur wird nun allerdings anders als zuerst erwartet. Was habt ihr euch für euer Set einfallen lassen?

Kat: Ja, da stimmen wir zu! Die Energie von Live-Konzerten ist tatsächlich kaum zu überbieten, denn in einer Konzertsituation kann ein guter Vibe wirklich das Beste aus den Musiker*innen herauskitzeln. Deswegen war die Aufnahme einer Session ohne Publikum schon eine Herausforderung, die vor allem darin besteht, sich in die richtige Stimmung zu versetzen. Wir haben uns für die Session allerdings nichts besonders Verrücktes einfallen lassen. Was unsere Performance angeht, sind wir eher Puristinnen und glauben, dass Musik und die Bewegungen dazu schon für sich sprechen dürfen. Worauf wir allerdings immer achten und uns vor jeder Performance freuen: Das gemeinsame Lippenstiftauflegen und Bühnenoutfitsaussuchen, das ist wirklich ein Ritual! So haben wir uns natürlich auch für die Pop-Kultur Session entsprechend vorbereitet. Und wenn man sich in seiner Haut wohl fühlt, lässt es sich meist auch besser Musik machen. So zumindest unsere Erfahrung. An der Stelle sei gesagt, wie klasse uns das gesamte Pop-Kultur Team durch den Tag begleitet hat, die Stimmung war einfach gut. Da fällt es uns auch leichter, auf der Bühne loszulassen.

  1. Neue Musik wird es wohl sowieso zu hören geben: Ihr arbeitet aktuell schon an einem neuen Album. Könnt ihr uns darüber schon etwas verraten?

Kat: Oh ja, wir freuen uns schon sehr darauf, die neuen Songs zu veröffentlichen! Es wird unser allererster Longplayer werden und das ist alles ganz schön aufregend. Wir geben den Songs gerade den letzten Feinschliff und September geht es dann ins Studio. Wir nehmen – wie auch bei unserer EP – live und mit Analog-Equipment auf. Es darf schon verraten werden, dass wir für dieses Album großartiges Label finden konnten, das diesen Weg mit uns gehen will. Darauf sind wir sehr stolz und freuen uns tierisch! Die Zusammenarbeit und der Veröffentlichungstermin werden sehr bald angekündigt. Sicher ist, dass das Album Anfang 2021 kommt. Stay tuned!

  1. Eure Debüt-EP »Superslide« habt ihr digital und auf CD, aber auch als Kassette veröffentlicht. Wieso dieses Format?

Kat: Freunde von uns haben das schöne kleine Tape-Label Mommy‘s Mistakes Records gegründet. Als sie uns fragten, ob wir Lust auf eine Tape-Edition von »Superslide« hätten, haben wir uns als alte Neunziger-Jahre-Nostalgikerinnen nicht lange bitten lassen und direkt zugesagt! Das Format löst bei vielen Menschen gute Gefühle aus, erinnert an die eigene Kindheit oder Jugend, an das Lieblingsalbum, das man im Walkman immer überall hingeschleppt hat. Das Schöne ist auch, dass man die Songs nicht einfach beliebig schnell hin und her skippen kann, eine gute Gelegenheit, sich ein Musikwerk mal in voller Länge anzuhören, statt nur einzelne Songs herauszupicken. Und anscheinend besitzen viele Menschen heutzutage auch noch ein Tapedeck, denn die Kassette hat sich ziemlich gut und fix verkauft!

  1. Schon mit euren Designs spielt ihr auf die Ästhetik und Inhalte der Riot-Grrrl-Bewegung an. Schlägt sich eure Auseinandersetzung mit sozialpolitischen Themen auch in euren Texten nieder?

Kat: Absolut. In den Texten behandeln wir die Themen, die uns tagtäglich beschäftigen, begegnen und mit denen wir uns permanent auseinandersetzen: Feminismus, Ungleichheit, Homophobie, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, ökologische Probleme und viele weitere Fragen, die wir uns als Gesellschaft und Individuen im Jahre 2020 stellen müssen. Musik ist auch immer Zeitgeist und wenn wir dazu beitragen können, dass Missstände ausgesprochen und diskutiert werden, dann möchten wir das auch tun. Dennoch ist es nicht unsere Art, zu predigen oder zu belehren und den Spaß dabei zu vergessen. Wir versuchen einfach in einen guten Flow zu kommen, dabei für unsere Überzeugungen einzustehen und eine Balance zu finden zwischen der Ernsthaftigkeit und aber auch der Ironie, die das Leben häufig mit sich bringt. Dieser Kontrast fasziniert uns sehr.

  1. »It’s okay to like us. Ask your mom first«, steht in eurer Selbstbeschreibung in den sozialen Medien zu lesen. Was sagen eigentlich eure Mütter zu eurer Musik?

Kat: Unsere Mütter sind stolz auf uns! Zumindest zwei unserer Mütter kommen selbst aus dem Rockmusikbereich, eine davon ist sogar riesen L7-Fan. No more words needed!

  1. Was wünscht ihr euch für die Zukunft dieser Welt?

Kat: Werden solche Fragen nicht immer am Ende von Miss-Wahlen gestellt? Weltfrieden würde die Antwort hier dann natürlich lauten! Diesen wünschen wir uns natürlich auch, aber es gibt noch eine Menge Baustellen, an die wir gemeinsam ranmüssen… In einer idealen Zukunft sind Menschen einfach Menschen und werden gleichberechtigt behandelt, fernab von Gender, sexueller Orientierung oder ethnischer Zugehörigkeit. Wir müssen lernen, wieder mehr im Einklang der Natur zu leben, diesen Planeten auch für kommende Generationen bewohnbar halten. Menschen sollen in Ruhe und Frieden leben können, ohne Krieg, Verfolgung und Armut. Klingt ziemlich unmöglich, vielleicht können wir ja aber als Gesellschaft einen Teil dazu beitragen, dass wir diesem Ziel zumindest ein kleines Stück näher kommen.

24/7 Diva Heaven (Foto: Maren Michaelis)

24/7 Diva Heaven (Foto: Maren Michaelis)

Mit unserer Interview-Serie »10 Fragen mit…« möchten wir euch eine Reihe von Acts aus dem diesjährigen Programm von Pop-Kultur vorstellen, die unbedingt einen Platz in euren Playlists und Herzen verdient haben. Nach SADO OPERA, MADANII & LLUCID, Mueran Humanos, Eat Lipstick und Super Besse sind nun 24/7 Diva Heaven an der Reihe.

  1. Wie habt ihr euch kennengelernt und wie kam es zur Gründung der Band?

Kat: Wir kannten uns alle drei schon länger von Konzerten hier in Berlin, haben uns häufig an der Bar zugeprostet und haben eine Menge gemeinsame Bekannte. Mary (Schlagzeug) sprach mich (Kat, Gitarre/Vocals) dann eines Tages an, ob ich nicht mal Lust hätte, mal mit ihr zu jammen. Daraufhin vergingen nochmal etliche Monate, bis ich endlich zugesagt habe, da ich schon so lange keine Musik mehr gemacht hatte und erst einmal gewisse Hemmungen überwinden musste. Doch dann war es irgendwann endlich soweit und es hat direkt gefunkt! Uns war schnell klar: so wollen wir gemeinsam weitermachen. Zum wahren Glück hat dann nur noch der Bass gefehlt! Durch einen Tipp von gemeinsamen Bekannten erfuhren wir, dass Karo Bassistin ist. Wir haben sie gefragt – und sie hat ja gesagt. Der Beginn einer musikalischen Liebesgeschichte…

  1. Und wo kommt eigentlich der Name her?

Kat: Zugegeben, den Namen finden ein paar Leute wirklich schräg. Hier kommt die Geschichte dazu: Der Name ist abgeleitet von einer sehr coolen Veranstaltungsreihe, die regelmäßig in der Raumerweiterungshalle in Berlin stattfand. Diese hieß DIVA HEAVEN 7/11 und hatte sich zur Aufgabe gemacht, queere und weibliche Künstler*innen zu unterstützen und ihnen eine Plattform zu bieten. Da war immer irgendwie Glamour am Start: Glitzer, klasse Acts, viel Kreativität und ein buntes Publikum. Das hat uns total inspiriert. Diva zu sein bedeutet für uns das Aus-Sich-Herausgehen, das eigene facettenreiche Ich zu leben, auch wenn man damit aneckt oder nicht den gängigen Normvorstellungen entspricht. Unsere eigene Diva leben wir allerdings nicht nur von sieben bis elf Uhr, sondern eben 24/7. Ein 24-stündiger Trip im Diva Heaven sozusagen!

  1. Vor zwei Jahren hat euch niemand anderes als Jennifer Finch von L7 ein Bandlogo gemalt. Wie kam es dazu?

Kat: Das klingt tatsächlich etwas spektakulärer, als es eigentlich vonstattenging: Wir waren als Band gemeinsam auf dem L7-Konzert im SO36 und haben Jennifer Finch zufällig danach vor dem Club getroffen. Da wir gerade dabei waren, unsere erste EP aufzunehmen und zu designen, suchten wir noch fieberhaft nach Ideen fürs Cover. Wir dachten uns, es wäre cool, wenn der Bandname handschriftlich von einer der L7-Ladys dort geschrieben stehen würde. Wir haben Jennifer einfach gefragt und sie hat drauf los gemalt. Verwendet haben wir das Kunstwerk dann zwar doch nicht für die EP, aber ihre Antwort auf unsere Ansage, dass wir nun »eine Band gegründet haben«, ist bis heute legendär: »Oh, I’m sorry!« Das hat noch lange für Lacher gesorgt.

  1. À propos L7: Euer Sound ist merklich von Punk, insbesondere aber Grunge und Alternative Rock aus den neunziger Jahren beeinflusst. Was sind eure musikalischen Inspirationsquellen?

Kat: Die neunziger Jahre spielen musikalisch tatsächlich eine große Rolle für uns. Hier findet sich eine große gemeinsame Schnittmenge an Bands, die wir lieben und die eine große Inspiration für uns sind: Dinosaur Jr., Nirvana, Sonic Youth, Melvins und etliche andere. Allerdings sind wir musikalisch alle auch sehr vielfältig unterwegs und so schleichen viele weitere Einflüsse in unseren Sound ein, wie zum Beispiel auch Elemente aus Metal und Stoner Rock. Unser Anspruch ist es, Altbekanntes und Geliebtes aufzugreifen, aber nicht in Nostalgie zu verharren, sondern den Sound in ein modernes Gewand zu packen, welches unsere gemeinsamen musikalischen Vorlieben auf einen Nenner bringt. Dabei wollen wir auch gerne überraschen und nicht bloß irgendwelche Erwartungen an eine bestimmte Stilrichtung erfüllen.

  1. Ein Sound wie eurer entfaltet sich vor allem in der Konzertsituation. Euer Auftritt bei Pop-Kultur wird nun allerdings anders als zuerst erwartet. Was habt ihr euch für euer Set einfallen lassen?

Kat: Ja, da stimmen wir zu! Die Energie von Live-Konzerten ist tatsächlich kaum zu überbieten, denn in einer Konzertsituation kann ein guter Vibe wirklich das Beste aus den Musiker*innen herauskitzeln. Deswegen war die Aufnahme einer Session ohne Publikum schon eine Herausforderung, die vor allem darin besteht, sich in die richtige Stimmung zu versetzen. Wir haben uns für die Session allerdings nichts besonders Verrücktes einfallen lassen. Was unsere Performance angeht, sind wir eher Puristinnen und glauben, dass Musik und die Bewegungen dazu schon für sich sprechen dürfen. Worauf wir allerdings immer achten und uns vor jeder Performance freuen: Das gemeinsame Lippenstiftauflegen und Bühnenoutfitsaussuchen, das ist wirklich ein Ritual! So haben wir uns natürlich auch für die Pop-Kultur Session entsprechend vorbereitet. Und wenn man sich in seiner Haut wohl fühlt, lässt es sich meist auch besser Musik machen. So zumindest unsere Erfahrung. An der Stelle sei gesagt, wie klasse uns das gesamte Pop-Kultur Team durch den Tag begleitet hat, die Stimmung war einfach gut. Da fällt es uns auch leichter, auf der Bühne loszulassen.

  1. Neue Musik wird es wohl sowieso zu hören geben: Ihr arbeitet aktuell schon an einem neuen Album. Könnt ihr uns darüber schon etwas verraten?

Kat: Oh ja, wir freuen uns schon sehr darauf, die neuen Songs zu veröffentlichen! Es wird unser allererster Longplayer werden und das ist alles ganz schön aufregend. Wir geben den Songs gerade den letzten Feinschliff und September geht es dann ins Studio. Wir nehmen – wie auch bei unserer EP – live und mit Analog-Equipment auf. Es darf schon verraten werden, dass wir für dieses Album großartiges Label finden konnten, das diesen Weg mit uns gehen will. Darauf sind wir sehr stolz und freuen uns tierisch! Die Zusammenarbeit und der Veröffentlichungstermin werden sehr bald angekündigt. Sicher ist, dass das Album Anfang 2021 kommt. Stay tuned!

  1. Eure Debüt-EP »Superslide« habt ihr digital und auf CD, aber auch als Kassette veröffentlicht. Wieso dieses Format?

Kat: Freunde von uns haben das schöne kleine Tape-Label Mommy‘s Mistakes Records gegründet. Als sie uns fragten, ob wir Lust auf eine Tape-Edition von »Superslide« hätten, haben wir uns als alte Neunziger-Jahre-Nostalgikerinnen nicht lange bitten lassen und direkt zugesagt! Das Format löst bei vielen Menschen gute Gefühle aus, erinnert an die eigene Kindheit oder Jugend, an das Lieblingsalbum, das man im Walkman immer überall hingeschleppt hat. Das Schöne ist auch, dass man die Songs nicht einfach beliebig schnell hin und her skippen kann, eine gute Gelegenheit, sich ein Musikwerk mal in voller Länge anzuhören, statt nur einzelne Songs herauszupicken. Und anscheinend besitzen viele Menschen heutzutage auch noch ein Tapedeck, denn die Kassette hat sich ziemlich gut und fix verkauft!

  1. Schon mit euren Designs spielt ihr auf die Ästhetik und Inhalte der Riot-Grrrl-Bewegung an. Schlägt sich eure Auseinandersetzung mit sozialpolitischen Themen auch in euren Texten nieder?

Kat: Absolut. In den Texten behandeln wir die Themen, die uns tagtäglich beschäftigen, begegnen und mit denen wir uns permanent auseinandersetzen: Feminismus, Ungleichheit, Homophobie, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, ökologische Probleme und viele weitere Fragen, die wir uns als Gesellschaft und Individuen im Jahre 2020 stellen müssen. Musik ist auch immer Zeitgeist und wenn wir dazu beitragen können, dass Missstände ausgesprochen und diskutiert werden, dann möchten wir das auch tun. Dennoch ist es nicht unsere Art, zu predigen oder zu belehren und den Spaß dabei zu vergessen. Wir versuchen einfach in einen guten Flow zu kommen, dabei für unsere Überzeugungen einzustehen und eine Balance zu finden zwischen der Ernsthaftigkeit und aber auch der Ironie, die das Leben häufig mit sich bringt. Dieser Kontrast fasziniert uns sehr.

  1. »It’s okay to like us. Ask your mom first«, steht in eurer Selbstbeschreibung in den sozialen Medien zu lesen. Was sagen eigentlich eure Mütter zu eurer Musik?

Kat: Unsere Mütter sind stolz auf uns! Zumindest zwei unserer Mütter kommen selbst aus dem Rockmusikbereich, eine davon ist sogar riesen L7-Fan. No more words needed!

  1. Was wünscht ihr euch für die Zukunft dieser Welt?

Kat: Werden solche Fragen nicht immer am Ende von Miss-Wahlen gestellt? Weltfrieden würde die Antwort hier dann natürlich lauten! Diesen wünschen wir uns natürlich auch, aber es gibt noch eine Menge Baustellen, an die wir gemeinsam ranmüssen… In einer idealen Zukunft sind Menschen einfach Menschen und werden gleichberechtigt behandelt, fernab von Gender, sexueller Orientierung oder ethnischer Zugehörigkeit. Wir müssen lernen, wieder mehr im Einklang der Natur zu leben, diesen Planeten auch für kommende Generationen bewohnbar halten. Menschen sollen in Ruhe und Frieden leben können, ohne Krieg, Verfolgung und Armut. Klingt ziemlich unmöglich, vielleicht können wir ja aber als Gesellschaft einen Teil dazu beitragen, dass wir diesem Ziel zumindest ein kleines Stück näher kommen.