»No Wave and Beyond: Verbal Burlesque«

17.08.2018 / 22.00 – 22.50 / / ,
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Lydia Lunch stellt am Freitag im Panda Theater ihren »Verbal Burlesque«-Workshop vor.

Photo: Jasmine Hirst

Als Lydia Lunch die Bühnen dieser Welt betrat, tat sie das mit viel Geschrei. Als Mitgründerin des Teenage Jesus And The Jerks war sie dabei behilflich, No Wave aus der Taufe zu heben und im selben Zug dem Punk aufzuzeigen, was bei der vermeintlichen Revolution gegen die Rock-Tradition so alles schief lief. Seitdem ist sie nicht viel stiller, sondern nur vielseitiger geworden. Bedrohliches Flüstern, gewaltiges Grummeln, staubtrockenes Understatement — Lunch kann ein stimmliches Repertoire vorweisen, das sich allerhöchstens den Inhalten ihrer Performances, nicht aber viel mehr anpasst. Das lässt sich dementsprechend nicht im klassischen Sinne erlernen, sondern muss erlebt werden. Im Workshop »From the Page to the Stage« wird Lunch 15 Pop-Kultur-Nachwuchs-Teilnehmer*innen an zwei intensiven Tagen genau das bieten und gemeinsam mit ihnen die Ergebnisse am 17. August im Panda Theater in der Kulturbrauerei öffentlich vorstellen.

»No Wave and Beyond«

Lydia Lunch war schon immer dafür, im Zweifelsfall lieber dagegen zu sein. No Wave nannte sich dementsprechend das, was sie und ihre Zeitgenoss*innen Ende der siebziger Jahre in New York veranstalteten. Weil Punk in seinem Bruch mit Rock’n’Roll nicht zu weit ging, trieben Lunch und andere das Genre so weit auf die Spitze, bis es auf dem Kopf stand. Jazz im Anzug (James White and the Contortions), ausladende Gitarrenensembles (Rhys Chatham, Glenn Branca), scheppernder Anti-Rock (DNA) und situationistische Performance-Kunst (Lunchs Band Teenage Jesus and the Jerks) — No Wave stellte noch radikaler als je zuvor die Konventionen der Rock-Tradition auf den Kopf und klang gerade deshalb unverschämt gut, weil es nie um Wohlklang ging. Doch auch No Wave wurde zu einem Genre, produzierte mit Sonic Youth oder Swans seine Superstars. Wohin ging es also, und wohin geht es mit No Wave? Mit Auftragsarbeiten von und einer Diskussion sowie einem Workshop im Nachwuchsprogramm mit Lydia Lunch und Weasel Walter geht Pop-Kultur diesen Fragen auf den Grund.