Ein besonderer Gruß von Mogwai an alle Gäste

Mogwai.Brian Sweeney

Wenn schon Auftaktkonzert, dann wenigstens Atomic! Die schottischen Post-Rock Legenden MOGWAI Pop-Kultur 2016 mit einem einzigartigen Filmkonzert und einer deutschlandweiten Premiere ihrer Live-Vertonung einer BBC-Dokumentation über Nuklearenergie. Mehr Infos dazu finden Sie an dieser Stelle und für alle die angesichts dieses verlockenden Angebotes immer noch unentschlossen sind, hat Gitarrist Barry Burns hier noch ein paar Grußworte:

Dear visitors to Pop-Kultur-Berlin 2016 and Admiralspalast.

Mogwai are honoured to be invited to play our live soundtrack along to a cinematic screening of Mark Cousins’ BBC commissioned film “Atomic: Living in Dread and Promise”.
The film recounts the experiences of the nuclear dawn, the A-Bomb, the following Cold War, nuclear power disasters, the moments of hope, the good we could use (and have done) with the technology, and also the mass protests against nuclear energy and weapons which are still highly relevant today. We feel this is a film not to be missed and – within a live setting –  feels more powerful than even we had hoped.

We look forward to being a part of the festival and we hope that you, like us, learn something more about a subject that continues to loom over us.
Barry
MOGWAI play ATOMIC
30.08. / 20.00 / / TICKETS

How to Pop-Kultur mit … DJ Phono

DJ Phono

Wer auf das Line-Up von Pop-Kultur 2016 blickt, der erkennt viele legendäre Namen und heiße Insider-Tips. Und natürlich Phil Collins! DER Phil Collins? Exakt! Wir reden von dem bekannten Videokünstler, dessen Arbeiten schon im MoMA in New York City oder in der Londoner Tate Gallery ausgestellt wurden.

Henning Besser aka DJ Phono ist auf jeden Fall euphorisiert. So sehr, dass er fast vergisst zu erwähnen, das Mr. Collins lediglich als Moderator für den Talk mit dem legendären britischen Musikjournalisten Jon Savage fungiert.

Ich knall durch! Phil Collins kommt. Mein Idol als ich 8 war! (Phil Collins is coming!)
Leute/Peoples ich muss euch sagen, letztes Jahr, bevor ich zu Pop-Kultur gegangen bin, hatte ich ja sowas von keine Ahnung. (I had no idea) Ich dachte zwar, ich hab so einigermaßen Überblick, aber das war ja nix. 4x am Tag Spiegel Online lesen ist auch nicht mehr das, was es mal war. (I really had no idea) Zum Glück bin ich in den Technotempel reingekommen! Wo andere Entgiftung machen gehe ich zur Auffrischung. Dieses Jahr unbedingt gleich wieder! (I will visit Pop Kultur again to get an idea)
Hallo! Schaut euch doch mal das Programm an. Wer da wieder alles kommt! Uff Uff! Kenne wieder kaum jemanden. Also gerade deswegen hin da. Update to 10.11.9! Schau mal nach auf welcher Version Du noch rumhampelst. (Still on 10.11.5?) Aber alleine schon Phil Collins! Hallo! (Phil Collins is coming!) Stara Rzeka alleine schon dieser Name. Unaussprechlich. Wer ist das? Keine Ahnung. Egal gerade deswegen hin da und Pronaunciation üben. (Go there) 1 Reihe bis das Licht angeht. Don’t miss it, sag ich jetzt mal, damit es auch jeder in Berlin versteht.
Das gesamte Programm für das Festival und den Donnerstag sowie den Timetable findet Ihr hier. Wer sich neben dem Talk von Phil Collins und Jon Savage noch mindestens zwei weitere Module dazu kauft bekommt mit dem »Wahl-Abo« für den Donnerstag einen Rabatt von 10%.
Aktuelle Tourdaten von DJ Phono findet ihr hier, außerdem hat Herr Besser als künstlerischer Leiter die aktuelle Deichkind Live-Show konzipiert, welche diesen Sommer auch auf diversen Open Air Festivals Halt machen wird. Leider geil!

 


Hendrik Otremba: Über das Schreiben

Schreiben kann jeder? Nicht wirklich. Zumindest nicht in der Intensität, die den Leser wirklich erschüttert. Hendrik Otremba ist Frontmann und Texter der Post-Punk Helden MESSER, aber auch Maler und Kulturjournalist. Bei Pop-Kultur 2016 wird er nicht nur seinen Debütroman “Über uns der Schaum” vorstellen, sondern auch im Rahmen des Nachwuchs-Programms einen Workshop über das Texten an sich geben. Exklusiv für Pop-Kultur hat Otremba seine Ideen zu dem Thema zusammengefasst.

Foto: Dirk Elsing

Ein Text kann plötzlich da sein. Ein Text kann Jahre auf sich warten lassen. Ein Text kann in Fragmenten entstehen oder schon vollkommen erscheinen. Ein Text kann einer Sache dienen oder sich gegenüber der Welt verschließen. Ein Text kann eine Botschaft haben oder den Autor töten. Ein Text kann schon ewig darauf warten, dass du ihn schreibst. Oder du bist es, der ewig wartet, dass etwas zu Worten findet. Scheinbar gibt es ihn also gar nicht, den Text. Text kann nämlich alles Mögliche sein. Eigentlich kann alles Text sein, was gelesen werden kann – oder: alles, das Bedeutung herstellt. Was aber sagt das über das Schreiben?

Zunächst nichts spezifisches, außer dass es unzählige Möglichkeiten gibt, zu schreiben – von den Gegenständen gar nicht erst zu sprechen. Hier soll es nun aber um eine durchaus spezielle Form des Schreibens gehen, um die Dichtkunst nämlich, um das Schreiben poetischer Texte für Musikstücke. Nicht im Sinne einer Dienstleistung, sondern vielmehr als etwas, dass unbedingt hinaus muss, das geschrieben werden will, das man schreiben muss. Wie genau findet das zu einer Form, die kunstvoll ist, die einem selbst etwas zurückgibt und dies auch bei anderen schafft? Etwas zu geben. Dafür, und hier warte ich mit einer satten Enttäuschung auf, gibt es kein Rezept. Jeder Mensch schreibt nämlich anders, so wie es hier nun auch nur um mein Schreiben gehen kann. Es gibt jedoch Überlegungen, die man anstellen, Entscheidungen, die man treffen, ein Bewusstsein, das man schärfen kann. Schreiben nämlich funktioniert am besten, wenn man begriffen hat, in welcher Situationen es für einen am besten funktioniert. Gleichzeitig darf man nicht zu viel über sein Schreiben wissen. Das ist ein Widerspruch, den man nicht erzählen kann.

“Es sollte wehtun, sonst hat es keinen Sinn”

Spielen wir vielleicht eine Möglichkeit durch: Ich habe Texte geschrieben, weil es einen konkreten Anlass gab. Das ist möglich und auch sicherlich für viele Musiker häufig der Fall. Für einen solchen anlassgegebenen Text – ich meine gesellschaftliche Ereignisse, das Sterben, Systeme, politische Attentate etc. – braucht man Erschütterung, ich zumindest brauche das. Ich muss so erschüttert sein, dass ich meine Sicherheit – das andere (unsichere) Schreiben, auf das ich gleich komme – opfere, und mich zur Tinte zwinge.

Nur wenn man sich unabbringlich aufgefordert fühlt, von Zuständen, die einem nicht tragbar sind oder die einen davontragen, sollte man sich zum Schreiben hinsetzen.

Das ist hart, eigentlich würde man doch gerne sicheren Schwertes gegen die ganze Welt anschreiben, ständig, gegen das Leid, die Ungerechtigkeit, den Schmerz, gegen Dinge, die in ihrer Summe so abstrakt sind, dass man einzig sinnvoll einen Schrei zu Papier bringen könnte. Doch so häufig man das will, um so seltener sollte man es tun. Ich plädiere hier für einen Haushalt, der dreht und wendet, das Hinsetzen nur erlaubt, wenn es nicht anders geht, wenn man sich – Vorsicht! von einer höheren Macht (???) dazu genötigt fühlt, zu schreiben. Der Schrei nämlich soll gehört werden, deshalb muss er seine kakophonischen Laute deutlich ausstoßen – und daher sollte man sich wirklich nur entscheiden entschieden zu schreiben, wenn es nicht anders geht.

Ich bin der festen Überzeugung, dass ein solches Schreiben nur Sinn macht, wenn es einem um das Leben und den Tod des eigenen Schreibens geht und wenn das Schreiben etwas ist, das mit Leben und Tod zu tun hat. Oder anders (pardon my french): Nicht mal eben einen raushauen, nicht zu einem Thema schreiben, das einen schon lange beschäftigt, nicht endlich ein Zeichen setzen. Das darf sich nicht nach Erfüllung anfühlen, nicht nach Engagement, nicht nach einer attraktiven Parole. Vielmehr nach einer unlösbaren Aufgabe. Dann wird man zu Worten finden, sollte aber wiederum harte Kritik an diesen üben, sollte sie immer und immer wieder überdenken, schleifen, verprügeln, aufpäppeln, schärfen, scharf machen. Solche Texte nämlich müssen sein, müssen wirklich sein, aber sie dürfen nicht zu häufig entstehen. Sonst verlieren sie ihre Wirkmacht. Wenn die Fähigkeit zu einem solchen Schreiben in einem steckt, sollte man sie bändigen, nur äußerst selten herauslassen. Es sollte wehtun, sonst hat es keinen Sinn. Es gibt deshalb nur ganz wenig gute Protestsongs. Das ist also das eine.

Diffuses Gefühl vs. Konkreter Plan

Es gibt aber noch ein Schreiben, ebenso schützenswert wie das hier zuvor ins Licht gerückte – das ist das andere. Es gibt sicher noch viel mehr, aber ich will noch über das hier sprechen. Wenn man sich nämlich selbst als Schreibender überlistet, wenn man es schafft, sich den Worten zu übergeben. Dafür gibt es auch kein Rezept. Es funktioniert aber anders als das sich hinsetzende Schreiben. Oft fragmentarisch, nachts, kurz nach dem Erwachen, kurz nach dem Schlafengehen, in Entspannung, im Rausch, zwischendurch, mit ewig langen Pausen dazwischen, auf einer Zugfahrt, mit wiedergefundenen Notizen, mit plötzlichen Sätzen in Köpfen, in einem nassgeweinten Kissen. Kurz: ein Schreiben, für das man sich nicht hinsetzt. Eher: ein Schreiben, vor dem man sich hinkniet. Dieses Schreiben bedarf höchstens einer leisen Ahnung. Eines diffusen Gefühls. Wenn man einen Plan hat, sollte man es lassen. Dieses Schreiben muss man langsam herausfinden, muss sich ihm hingeben lernen, Vertrauen finden. Dann kommt es. Ein Schreiben, für das man ein Messer benutzt, oder eine Schere, Dinge auseinanderschneidet, so dass sie irgendwo herumgeistern, alleine, in ihrer Isolation an sich selbst Gefallen finden. Lauter kleine Partikel, die man wieder vergisst, nicht für voll nimmt. Wenn sie es Wert sind, werden sie wiederkommen, werden sie zueinander finden, werden auf einander zu krabbeln, wie von Geisterhand geschoben, Insekten, die vor dem warmen Atem eines Riesen flüchten und schließlich einen Krumen Brot finden. Dabei kann man dann zuschauen, ist kaum noch Teil des Prozesses, mehr Marionette, Ausführender.

Auch die Bedeutungen, die so entstehen, brauchen einen nicht mehr, auch wenn sie alles andere tun, als von einem abzulassen. Sie sind an einen gebunden, erschließen sich einem später, machen dann mehr Sinn, als man es jemals für möglich gehalten hätte.

Wenn ein Text dann fertig ist, weiß man es, dann ist er einfach da, hat für sich entschieden, zu seiner Form gefunden zu haben.

Wenn er alleine fertig geworden ist: erst dann gehört er einem, im selben Moment nur einem selbst und nur allen anderen. Dieser Text gehorcht dann jedem anders, jedem entzieht er sich anders, jeder gehorcht ihm anders. In ein paar Versen können dann Welten existieren, die sich einander ausschließen.

Wenn man es sich erlaubt hat, einen Text so zustande zu bringen, wenn man Geduld hatte, losgelassen und gleichzeitig an sich gebunden hat, dann ist das ein wunderbares Gefühl. Darüber darf man dann glücklich sein. Und streiten.

Das sind zwei Schreibweisen, vielleicht sind es auch alle. Woher soll ich das auch wissen? Ich weiß ja nichts, außer dass es stimmt. Und dass man wohl tot ist, wenn es versiegt.

Hendrik Otremba

Ihr wollt am Workshop mit Hendrik Otremba, sowie vielen weiteren prominenten Dozenten, wie Algiers, SassyBlack, Colin Newman von Wire und anderen teilnehmen? Dann klickt noch bis zum 20. Juni auf das Banner genau hier.
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How to Pop-Kultur mit … Patrick Siegfried Zimmer

Patrick Siegfried Zimmer
Sich selber bezeichnet Patrick Siegfried Zimmer gern als interdisziplinären Gestalter. Und in der Tat trifft der Begriff “Tausendsassa” sehr gut auf den Hamburger zu. Zuletzt sorgte sein Film »ANHEDONIA: Narzissmus als Narkose« mit Robert Stadlober und Dirk von Lotzow für so großes Aufsehen, dass sich Siegfried Zimmer demnächst direkt an den Dreh einer Fortsetzung macht. Und auch ein erstes Album unter seinem eigenen Namen (nachdem er unter dem Pseudonym finn. bereits mehrere Platten veröffentlicht hat) ist für 2017 geplant.

Pop-Kultur kann sich also glücklich schätzen, Patrick Siegfried Zimmer für eine neue Ausgabe von “How to Pop-Kultur” gewinnen zu können. Dies sind seine Empfehlungen für Mittwoch, den 31. August.

»Am Mittwoch teleportiere ich mich um exakt 17.40 aus meinem Privatgemächern in Hamburg ins Prachtwerk, um der Lesung von Jon Savage, die von dem ebenfalls sehr interessanten Künstler Phil Collins (als Kind mochte ich zugegebenermaßen auch seinen singenden Namensvetter) moderiert wird, beizuwohnen. Dann schnappe ich kurz frische Luft und lasse mir anschließend von My bubba auf die Füße treten. Hiernach hüpfe ich sicherlich schon gut beschwipst in den Heimathafen und lausche erwartungsvoll den Kompositionen von Girls Names und Cat’s Eyes. Diesem berauschenden Erlebnis zufolge schwebe ich wie ein “Dandy im Nebel“ rüber ins SchwuZ, um meinen euphorischen Freundinnen von Trümmer das letzte Backstage-Bier wegzutrinken. Cin cin!«

 

Das gesamte Programm für das Festival und den Mittwoch sowie den Timetable findet Ihr hier. Wer sich den Plan von Patrick Siegfried Zimmer selber zusammenstellen möchte, der bekommt mit dem »Wahl-Abo« für den Mittwoch einen Rabatt von 10%. Sein Film “ANHEDONIA” erscheint im Herbst auf DVD und über Video on Demand.


How to Pop-Kultur mit … Mirna Funk

Mirna Funk
Foto: Jessica Barthel

Für Pop-Kultur wird jeder zum Partytier und drängt sich durch das Neuköllner Nachtleben. Auch Autorin Mirna Funk macht da keine Ausnahme. Im Rahmen von “How to Pop-Kultur” hat sich die gebürtige Ost-Berlinerin durch das Programm für Donnerstag, den 1.9. gewühlt und das sind ihre Empfehlungen.

Früher war ich mal ein wildes Partygirl, jetzt kriegt mich niemand mehr nach 19:00 Uhr aus meiner Wohnung. Man muss mich schon gefesselt entführen. Aber für Pop-Kultur mache ich eine Ausnahme. Ich fange jedenfalls früh und leise an und höre früh und mittellaut auf. Um 17:40 Uhr schaue ich Mark Farrow und Scott King dabei zu, wie sie sich über Grafik Design unterhalten. Wahrscheinlich zusammen mit meinem Mann und unserer Tochter. Danach gebe ich mir alleine noch ein Talk, weil talken nunmal gut für´s brain ist. Fatima Al Qadiri soll mir was über Kuwait erzählen. Das fände ich irgendwie gut. Oder über Kunst. Oder eben wie man Kunst in Kuwait macht. Sowas eben.

Weil ich normalerweise um 21:00 Uhr ins Bett gehe, verlassen mich langsam meine Kräfte, aber ich schleppe mich – einfach, weil es sein muss – zu A-WA. Wenn ich Glück habe spielen diese jemenitischen Supergirls aus Israel gleich zuerst. Wenn nicht bleibe ich bis sie kommen, pfeife mir nach dem letzten Akkord ein Taxi ran und mache auf dem Weg nach Hause schon die Augen zu.

Mirna Funk arbeite als freie Journalistin und Autorin, unter anderem für »Neon«, »L’Officiel Germany« und »Süddeutsche Magazin«, und schreibt über Kultur und ihr Leben zwischen Berlin und Tel Aviv. Ihr Debütroman “Winternähe” erschien 2015, wurde mit dem renommierten Uwe-Johnson-Förderpreis für das beste deutschsprachige Debüt ausgezeichnet und soll demnächst sogar verfilmt werden. Mehr Informationen gibt es auf ihrer Homepage. Wer sich den Plan von Mirna Funk selber zusammenstellen möchte, der bekommt mit dem »Wahl-Abo« für den Donnerstag einen Rabatt von 10%.


Der Klang von Keøma: Eine exklusive Pop-Kultur Playlist

KEOMA
Die australische Wahl-Berlinerin Kat Frankie bedarf eigentlich keiner Vorstellung mehr. Keøma, ihr noch recht frisches Projekt mit dem Kölner Musiker Chris Klopfer allemal. Den melancholische bis melodramatische Electro-Pop ihres selbstbetitelten Debüts bringen sie live bei Pop-Kultur am 1. September auf die Bühne. Grund genug, Herrn Klopfer mal zu fragen, wie denn der der Sound von Keøma zustande kommt. Die Antwort erfolgt – wie könnte es anders sein – in Form von Musik und dieser spannenden Playlist für den Pop-Kultur Spotify-Account.

Die Playlist zeigt ganz gut wie wir uns Inspiration für unser gemeinsames Keøma Album geholt haben. So wie die Playlist bunt gemischt ist wie zB. RnB von Miguel gibt es auch klassische Rockmusik wie Bruce Springsteen.

Da wir unser Album selber aufgenommen haben, hatten wir viel Zeit und konnten viele Stile reinbringen die wir mögen. Wenn man so über die Playlist schaut ist auch auffallend das der Großteil der Künstler aus der USA kommt.

Es war für uns beide eine Möglichkeit ein sehr freies Pop Album zu machen was wir für unsere Soloprojekte vielleicht nicht gemacht hätten.

Keøma spielen live am 1.9. im Huxleys Neue Welt. Tickets für den Auftritt gibt es hier. Wer drei oder mehr Module für Pop-Kultur bucht, bekommt einen 10%igen Rabatt. Einfach »Wahl-Abo« im Shop auswählen und los geht’s.


How to Pop-Kultur mit … Birger Schmidt

Birger Schmidt
Was für ein Turnier! Die Schlachtrufe der Isländer, die verrückten irischen Fans und das nicht enden wollende Elfmeterschießen zwischen Deutschland und Italien.  Gut, manchen mag die Fußball-EM 2016 eher weniger interesieren, aber Birger Schmidt gehört sicher nicht dazu. Der Gründer und Leiter des Fußballfilmfestivals “11mm” sowie Geschäftsführer von Lernort Stadion e.V. ist ein bekanntes Gesicht und gefragter Experte, wenn es um das runde Leder geht. Dass sich Pop und Ballsport nicht ausschließen, liegt dabei auf der Hand, weshalb Birger Schmidt für uns sein Wunsch-Programm für den Freitag von Pop-Kultur 2016 zusammengestellt.

Ach, was freu ich mich auf den 2. September und viel Pop-Kultur!

Beginnen werde ich meine Tour im Prachtwerk mit der Lesung von Jens Balzer, den ich sehr für seinen vornehmen Tonfall schätze und dafür, dass er einem goldene Beobachtungen aus den Niederungen des Pops schenkt. Danach geht es in den Heimathafen zu Malcolm Middleton. Mir gefiel die dezente Elektronik und der Schrammel-Charme von Arab Strap sehr und ich werde Balladen wie die „of fuck all“ genießen.

21.20h: Huxley’s Neue Welt. Sagenhafte 35 Jahre nach Gründung der fabelhaften Sonic Youth steht dort Thurston Moore mit seiner Band auf der Bühne. Gewiss gibt es reichlich auf die Ohren, wenn New Yorker „Noise Rock“ vom Besten zelebriert wird. Und um mit meinen musikverrückten Töchtern ein wenig mitreden zu können, endet der Tag mit den mir noch unbekannten Pins und Best Friends im Keller.

Wer sich den Plan von Birger Schmidt selber zusammenstellen möchte, der bekommt mit dem »Wahl-Abo« für den Freitag einen Rabatt von 10%.


Pop, Lyrik, Behinderungen, Transhumanismus, Post-Kolonialismus, Depression und wieder POP

Pop ist Performance, liebe Freunde der Pop-Kultur,

und nie war ein Klick in unseren Ticketshop besser als heute, schließlich haben wir brandneue Bestätigungen! Und diese drücken Pop in all seinen Facetten aus. Oder heißt es »in all ihren«? Der-die-das POP? Vielleicht sollten wir das ja beim Festival nochmals klären … Jedenfalls:

Die wunderbare Discoband Metronomy hat ein neues Album am Start. »Summer 08« heißt es und wird von Mastermind Joseph Mount ganz summer ‘16 like nicht als Konzert dargeboten, sondern in exklusiven DJ-Sets vorgestellt. Der Meister will es so. Und wir auch. Ergo findet die einzige Deutschlandshow während unseres Festivals statt.

Metronomy Mastermind Joseph Mount

Und wo wir schon bei Solisten sind. Der Kulturstaatssekretär und ehemalige Universal Deutschland Präsident sowie Ex-Geschäftsführer des Indies Motor Entertainment, Mr Tim Renner, wird mit Pop-Redakteur Jens Balzer über dessen neues Buch »POP. Ein Panorama der Gegenwart« sprechen.

Und überhaupt wird bei Pop-Kultur viel von und über Pop(-Kultur-und-Musik) geredet. So auch von Isolation Berlin-Sänger und Texter Tobias Bamborschke, der Schriftstellerin Kathrin Weßling und dem Radiomoderator und -Redakteur Andreas Müller (Deutschlandradio Kultur/ radioeins). Zu dritt sprechen sie zum Thema »Pop & Depression«, während ein weiterer Talk Pop, Behinderungen, Avantgarde und Transhumanismus gewidmet ist: In der vom Deutschlandradio Kultur konzipierten Runde treffen der MC Graf Fidi, Dr. Heike Raab und die beiden Redakteure Hartwig Vens und Dirk Schneider aufeinander.

Juliana Huxtable im Talk und mit exklusivem DJ-Set

Richtig konfrontativ wird es bei Ryan Mahan von der auch während Pop-Kultur auftretenden Band Algiers. Er verhandelt mit dem Guardian-Journalisten Josh Hall die Eindringlichkeit von Horrorfilmmusik unter dem Blickwinkel, was sie uns über strukturellen Rassismus und die (westlich) gesellschafftliche Leerstelle namens Post-Kolonialismus verraten kann. Nicht weniger avanciert geht es bei den beiden All-around-Künstlerinnen Fatima Al Qadiri und Juliana Huxtable zu, die, nachdem sie für die Berlin Biennale erstmals gemeinsam zusammengearbeitet haben, nun die Zwischenräume von Lyrik und Musik auf dem Podium ergründen. Huxtable, deren Arbeiten im New Yorker Guggenheim zu erleben waren, die die legendäre Party-Reihe »Shock Value« mitgegründet hat und Teil des House of Ladosha ist, wird zudem ein exklusives DJ-Set bestreiten.

Last but not least, freuen wir uns, verkünden zu dürfen, dass unser Festival Art Director Scott King einige seiner raren Pop-Artefakte im Rahmen des Festivals im Vollgutlager ausstellen wird. Darunter: das Prachtstück seiner Sammlung, das Feuerzeug Kurt Cobains, welches Sie natürlich bereits aus Paul Kellys von Pop-Kultur produzierter Dokumentation »Kurt’s Lighter« kennen.

Das komplette Programm gibt es an dieser Stellle. Und nicht vergessen, wer mindestens drei Module im Ticket Shop mittels »Wahl-Abo« kauft, der kann 10% beim Ticketkauf sparen.

Pop-Kultur. Programm 2016

ABRA · AL ENGLISH · ALEX.DO · ALICE COHEN · ALGIERS · ANDREAS MÜLLER · ANA ANA · A-WA · BEST FRIENDS · BRANDT BRAUER FRICK · CAT’S EYES · COLIN NEWMAN · DEADBEAR · DIÄT · DIRK SCHNEIDER · DR. HEIKE RAAB  · ESKA · EXPLODED VIEW · EZRA FURMAN · FAI BABA · FATIMA AL QADIRI · FISHBACH · FRANKIE COSMOS · GIRLS NAMES · HARTWIG VENS · HEIMER · HENDRIK OTREMBA · IMARHAN · IMMERSION · JENS BALZER · JULIANA HUXTABLE · JOHN ROBERTS · JON SAVAGE · JOSH HALL · KARIES · KATHRIN WESSLING · KEØMA · LEVIN GOES LIGHTLY · LIARS · LUH · MALCOLM MIDDLETON · MARK FARROW · MATTHEW HERBERT · MC GRAF FIDI · MIKO · MISSINCAT · MOGWAI · MULE & MAN · MY BUBBA · NAKED · NANCY PANTS · NO JOY · PINS · PHIL COLLINS · RICHARD HELL · ROOSEVELT · ROYAL COMFORT · RROXYMORE · RYAN VAIL · RYAN MAHAN · SASSYBLACK · SCHWUND · SCOTT KING · SELDA BAĞCAN & BOOM PAM · SHOW ME THE BODY · SKINNY GIRL DIET · SARAH MILES · STARA RZEKA · TELLAVISION · THE HIDDEN CAMERAS · THE KVB · THE NUMERO GROUP · THE WEATHER STATION · THURSTON MOORE BAND · TIM RENNER · TOBIAS BAMBORSCHKE · METRONOMY · MOORE BAND · TRÜMMER · TYGAPAW · U.S. GIRLS · VALERIE TREBELJAHR · YOUR FRIEND · ZEBRA KATZ · ZOLA JESUS


How to Pop-Kultur mit … Sonja Eismann

Foto: Alicia Kassebohm

Wenn schon den Genderfragen stellen, dann bitte schön mit Exptertise. Sonja Eismann ist nicht nur Mitherausgeberin des geschätzten Missy Magazines, sondern beschäftigt sich sehr gerne mit der Repräsentation von Gender in der Popkultur, feministischem journalistischem Schreiben und Fashion Studies. Da bietet sich die Vielfältigkeit des Pop-Kultur Line-Ups für 2016 ja förmlich an. Für das neueste “How to Pop-Kultur” hat sich Sonja Eismann daher Donnerstag, den 1. September vorgenommen. Hier kommen ihre Tipps.

Für mich als Kiezhockerin – im Gegensatz zur Kiezhopperin, oder ist das wieder so was, woran man angeblich uncool unalteingesessene Berlinerinnen erkennt, so wie Kreuzkölln, wo ich wohne und was man angeblich gar nicht sagt? Egal – ist das ja ideal. Ich muss mich am 1. September nur auf das Fahrrad setzen und die Karl-Marx-Straße runterrollen (Achtung Verkehr), und dann ist alles schon da. Anfangen würde ich gerne mit dem Talk von Fatima Al Qadiri im Passage Kino und dabei hoffen, dass sie nicht nur was über ihre Hipster-Fashion-Friends wie Telfar Clemens erzählt und ob Berlin jetzt auch an denen partizipieren kann (der Berlin-Biennale-Merch ließ es ja fast vermuten), sondern auch auf erhellenden Input zu Gulf Modernism.

Im Heimathafen Neukölln bin ich danach, wie wohl alle, extrem gespannt auf A-Wa, die mich mit ihrem tollen Desert-Chic-Video zu „Habib Galbi“ sofort gekriegt haben. Vielleicht bekomme ich davor sogar noch etwas von ESKA, der „singenden Mutter“, mit? Das wäre spitze, und nicht nur, weil ich doch selbst eine „schreibende Mutter“ bin.

Danach auf jeden Fall noch kurz zu SassyBlack, bei der ich gespannt bin, wie deren afrofuturistischer, auch liebevoll als „Granola HipHop“ bezeichnete Sound als Hälfte von TheeSatisfaction sich solo als DJ anhören wird.

Dann schnell in den Keller geschlüpft zu Skinny Girl Diet, denn wie WoC-Riot-Grrrl anno 2016 klingt und performed wird, interessiert mich, wenn auch nicht mehr primär soundtechnisch, so politisch doch auf jeden Fall.

Fishbach im SchwuZ würde ich gerne, zumindest kurz sehen, weil meine Lektüre des französischen Magazins Les Inrocks sie mir schon des öfteren als Hype der Stunde vorgeschlagen hat, und dann natürlich zu Fatima Al Qadiris DJ-Set.

Der Sonja Eismann Pop-Kultur Plan für den 1. September

18.30h – 20h Passage Kino, Talk Fatima Al Qadiri
19h – 22h Heimathafen Neukölln, ESKA und A-Wa
22h – 1h Keller, Skinny Girl Diet
22h – 4h SchwuZ, Fishbach, Fatima Al Qadiri, DJ SassyBlack

Wer sich den Plan von Sonja Eismann selber zusammenstellen möchte, der bekommt mit dem »Wahl-Abo« für den Donnerstag einen Rabatt von 10%.

 


How to Pop-Kultur mit … Michel Abdollahi

Foto: Tim Bruening

Conférencier, Performance-Künstler, Maler, Journalist, Literat – Michel Abdollahi ist vieles, aber vor allem nicht angepasst. Der Hamburger mit Wurzeln im Teheran trägt duch humoristische und investigative Beiträge nicht nur Einiges zur Verbesserung der hiesigen Interkulturalität bei, sondern ist auch stellvertretender Vorsitzender des Hamburger Landesfachausschusses für Integration. Für Vielfalt ist bei Pop-Kultur gesorgt, sowohl in Sachen Herkunft, als auch Musikalität. Da bietet sich ein “How To Pop-Kultur” mit Michel Abdollahi direkt an, oder?

Also eigentlich wollte ich am Mittwoch zu Phil Collins, bis ich gesehen habe, dass es gar nicht der singende Frosch von Genesis ist, sondern der britische Videokünstler. Jetzt erst recht. Danach ruhe ich mich mit The Weather Station (es wird sehr zart werden, hoffe ich) etwas aus und betrinke mich, um gestärkt Kathrin Weßling zu lauschen. Kathrin höre ich so gerne zu. Sie erzählt so wahnsinnig gut. Wir kennen uns schon lang. Ich hoffe sie ist dann auch schon etwas betrunken. Dann schlafen.

Donnerstag Selda Bağcan & Boom Pam, wilde Mischung, muss ich hören. Sie erinnert mich an so viel. Und ich finde es gut, dass sich Anatolien und Israel hier musikalisch treffen. Freitag ist Heimathafen Tag. Diesmal mit Algiers. Gefühlt schon zartester Brit-Pop, aber aus Atlanta. Ich hoffe es regnet, dann passt es noch besser.

Wer sich den Plan von Michel Abdollahi selber zusammenstellen möchte, der bekommt mit dem »Wahl-Abo« einen Rabatt von 10%.